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Editorial

Hi Kids,

Schön, dass ihr da seid. In den Händen haltet ihr die erste Ausgabe eines Herzens-Projekts. Denn dies ist »Das Wetter« in erster Linie und für alle Beteiligten. Nur so konnten wir überhaupt, in einer Zeit, so schnelllebig wie die unsere, auf die Idee kommen, zu glauben, dass es Menschen gibt, die dafür Geld ausgeben wollen, auf knapp 100 Seiten das zu lesen, was wir zu sagen haben.

Im Endeffekt hatten wir allerdings auch gar keine andere Wahl. Denn: Wir brauchten eine Plattform. Wir, das ist eine (hoffentlich mit jeder Ausgabe weiter wachsende) Gruppe junger Menschen, die Bock aufs Schreiben haben. Jeder der Autoren von »Das Wetter« nutzt dazu auch andere Kanäle. Einige machen Musik, manche malen und andere schreiben für die etablierten Zeitschriften, denen wir hiermit übrigens keineswegs den Markt abgraben wollen.

Viel mehr ist das Ziel von »Das Wetter« die Etablierung einer Plattform für jenen Teil unserer Texte, für die es in anderen Magazinen schlicht keinen Platz gibt. So steht in dieser ersten Ausgabe das Portrait eines Musik-begeisterten Rentners namens Bernd Höhne gleichberechtigt neben einem großen Bericht über einen Spaziergang mit dem großartigen Schlagersänger Dagobert. Uns geht es nicht darum, all den neuen, heißen Scheiß in unserer Zeitschrift abzubilden. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber wir wollen gute Geschichten erzählen, spannende Gespräche führen und dabei Grenzen ausloten. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Musik, die wir in ihren unterschiedlichsten Formen und Gestalten lieben.

Natürlich ist diese Ausgabe dank Interviews mit Alfred Hilsberg und den Goldenen Zitronen, sowie Geschichten über Bands wie Trümmer und No Age, recht Diskurs-Punk-lastig geworden. In unserem Selbstverständnis besitzt jedoch ein Haftbefehl-Album die selbe Relevanz wie neue Musik der famosen Post Punk-Gruppe Messer, deren neue Texte wir exklusiv und vor der Veröffentlichung ihres zweiten Albums »Die Unsichtbaren« abdrucken. Wir wollen, vor allem mit unseren nächsten Ausgaben (»Das Wetter No. 02« wird im Januar 2014 erscheinen), zeigen, dass es Quatsch ist, zwischen intellektuellem und intuitivem Pop zu unterscheiden. Straßenrap wollen wir mit der selben Ernsthaftigkeit und Begeisterung betrachten wie Gitarren-Musik. Zu guter letzt möchten wir auch die innere Abgrenzung zwischen dem (sogenannten) Mainstream und der Subkultur überwinden. Wichtig ist nicht, in welchem Kontext die Kunst, die wir zum Gegenstand machen, entsteht, sondern ihr Inhalt. Ganz folgerichtig blickt uns von unserem ersten Cover Casper entgegen, der mit »Hinterland«, Teenie-Fans hin, Gekreische her, eine der musikalisch und inhaltlich spannendsten Platten des Herbstes aufgenommen hat.

Neben der besonderen Freude über die Chance Benjamin Griffey für unser Cover von Hendrik Otremba malen lassen zu können (eine Herzensangelegenheit), macht es uns glücklich, wie viel Gegenliebe uns von Seiten der nun beteiligten Künstler und Musiker entgegen gebracht wurde. Egal, ob Oskar Wald von Chuckamuck einen Artikel über seine Band selbst illustrierte, oder Musikjournalisten-Lichtgestalt Alfred Hilsberg uns eines seiner seltenen Interviews gab, wir stießen mit unseren verrückten Ideen immer auf Vertrauen und das finden wir (natürlich) großartig! Vor all diesen idealistischen, begeisterungsfähigen Menschen, aber vor allem, vor jedem, der sich in Text und/ oder Bild an der Entstehung dieses Magazins beteiligt hat, verbeuge ich mich in Hochachtung. Danke!

Und nun, genug der Emotionen. Viel Spaß beim Lesen der ersten Ausgabe von »Das Wetter«, ihr kleinen Strolche!

Bis bald!

Sascha

 

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»Ein längst stilbildendes Organ für ästhetische Zeitgenossenschaft.«
Felix Stephan, DIE WELT






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